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Ablasshandel bekommt Schwung

Die im Herbst 2008 gestartete Initiative des Bundesumweltministeriums beim im Kyoto-Protokoll beschriebenen Clean Development Mechanism (CDM) kommt voran. Das Ministerium hat zusammen mit Partnern über 100 CDM-Vorhaben ausfindig gemacht, die als Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern geeignet sind.

Bei einem Treffen mit den deutschen Vertretern in China, Indien, Brasilien sowie den nordafrikanischen Staaten Ägypten, Marokko, Tunesien und Algerien wurde jetzt eine erste Bilanz gezogen. Am Gespräch nahmen auch Vertreter der beteiligten Institutionen GTZ, KfW, dena, Wuppertal-Institut und der Beratungseinrichtung Perspectives teil.

Die Vertreter aus Brasilien, China, Indien und den nordafrikanischen Staaten wiesen auf die wachsende Zahl der Investitionsangebote und mittlerweile erfahrener Kooperationspartner in den Gastländern hin. Nun müssen deutsche Investoren gesucht werden.

In Deutschland hat die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) bisher mehr als 150 CDM-Projekte genehmigt. CDM erlaubt es den Industrieländern, bis zu 50% ihrer Verpflichtung zur Minderung der Emissionen mit Projekten in anderen Ländern zu erbringen. Dahinter steht die Überlegung, dass in weniger fortgeschrittenen Staaten solche Minderungen weit billiger zu erzielen sind als in den Wohlstandsländern. Gleichzeitig soll der Transfer von klimafreundlichen Technologien in ärmere Länder gefördert werden.

Das mittlerweile milliardenschwere Geschäft ist umstritten. Bisher wurden weltweit fast 1400 Vorhaben genehmigt, gut 3000 weitere sind in Planung. Bis Ende 2012 rechnen die UN-Klimaschützer mit der Ausgabe von Emissionsgutschriften im Wert von gut 30 Mrd Euro.