VDE zur Verbrauchssteuerung

13.06.2012  | Top Themen
Bis 2020 sollen rund 35% des Stromverbrauchs in Deutschland aus regenerativen Quellen gedeckt werden, die Menge der eingespeisten Energie werde also zunehmend Schwankungen unterworfen sein. Das mache die Steuerung der Stromnachfrage notwendig, so die Studie "Demand Side Integration – Lastverschiebungspotenziale in Deutschland" des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE).
 
Sie zeigt die Chancen eines Lastmanagement auf, um verfügbare Kapazitäten zu verschieben, Schwankungen zu minimieren, Lastspitzen zu reduzieren und die Betriebsmittelausnutzung zu optimieren. Bereits heute liege das Leistungspotenzial einer gesteuerten Stromnachfrage hierzulande theoretisch bei 25 GW, heißt es.
 
Der prognostizierte Ausbau in den Bereichen Elektromobilität, Wärmepumpen und Raumklimatisierungsanlagen sorge dafür, dass sich der Wert bis 2030 verdopple. Berücksichtige man Zeitmodelle, liege das technisch über einen Tag nutzbare Leistungspotenzial aktuell bei 8,5 GW.
 
Hierbei entfalle die Hälfte auf die Bereiche Haushalt sowie Gewerbe, Handel, Dienstleistungen. Dennoch werde die Lastverschiebung zum Zwecke größerer Wirtschaftlichkeit bisher nur in der Industrie genutzt. Um das Potenzial auszuschöpfen, müssten Geräte und Anlagen technisch auf externe Signale reagieren und Leistung abrufen können.
 
Nötig sei außerdem eine Kommunikationsstruktur zur Echtzeitmessung des Verbrauchs, die auch Steuer- und Tarifsignale übermitteln könne. Zudem müssten Anreize für eine flexible Stromabnahme entstehen, durch Verbreitung von Smart Metern und variabler, lastzeitabhängige Tarife. Damit die Industrie zusätzliche Potenziale ausschöpft, seien Investitionen notwendig.