DIW: Ausstieg fast preisneutral

04.07.2012  | Top Themen
Der Atomausstieg führe nicht notwendig zu höheren Strompreisen, vor allem, wenn der Verbrauch nicht ansteige, so das Fazit einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für Greenpeace durchführte und die unter www.greenpeace.de unter "Nachrichten" liegt.
 
Das DIW untersuchte, wie sich der Ausstieg auf Preise, Klimaschutz und Kraftwerksinvestitionen in Deutschland und Europa auswirkt. Ergebnis: Die Großhandelsstrompreise werden minimal steigen. Bei einer wirkungsvollen Effizienzpolitik, die den Verbrauch stabil hält, können die restlichen Kraftwerke die Nachfrage überwiegend befriedigen. Die Effizienzpolitik kann den Preiseffekt des Ausstiegs abfedern und mittelfristig gegenüber der KKW-Laufzeitverlängerung senken.
 
Zudem sorge der Ausbau erneuerbarer Energien dafür, dass sich die Börsenpreise trotz steigender Gas- und Kohlenpreise kaum erhöhten, hieß es: 2020 kostet 1 kWh Großhandelsstrom dem DIW zufolge trotz Ausstieg 5,1 Cent, wenn sich der Stromverbrauch stabilisiert und der Emissionshandel schwach bleibt. Bei einer Laufzeitverlängerung ohne begleitende Effizienzmaßnahmen liege der Preis genau so hoch, so das DIW.
Für 2030 deute sich sogar ein Preisvorteil des Ausstiegs an: Flankiert von Stromsparmaßnahmen werde 1 kWh 6,5 Cent kosten, während der Preis bei weiter laufenden KKW und fehlender Energieeffizienz bei 7 Cent liege, so das Institut, das daraus schließt, dass die positiven Wirkungen von Energieeffizienzverbesserungen unterschätzt werden.