Bereit zur Wende?

05.07.2012  | Top Themen
Ein Jahr nach dem Ausstiegsbeschluss und trotz der Diskussion um höhere Energiekosten verbinden nur wenige Deutsche etwas Negatives mit dem Begriff Energiewende. Die Bundesbürger können sogar den eigenen Beitrag zu deren Gelingen präzise benennen. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse einer repräsentativen Umfrage der lekker Energie GmbH, für die Forsa 1600 Personen befragt hatte.
77% meinen, jeder habe die Möglichkeit, zum Gelingen der Energiewende beizutragen. 58% verbinden den Einsatz erneuerbarer Energien und 57% den Ausstieg mit dem Begriff, 7% nennen Mehrkosten für den Verbraucher, 1% bezeichnet die Energiewende als "Unsinn". 77% meinen außerdem, einen eigenen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten zu können. 58% nennen dazu das Energiesparen, je 21% den Anbieter oder den Tarif wechseln, 17% Ökostrom oder Naturstrom verwenden und 8% auf sparsame Haushaltsgerät setzen. Auf die Frage, ob sie in der letzten Zeit etwas über den Begriff Energiewende gehört oder gelesen haben, antworten 89% mit Ja und 11% mit Nein. Erstaunlich dabei ist aber, dass bei der jungen Zielgruppe von 18 bis 29 Jahren rund 21% nichts mit dem Begriff anfangen können.
 
Immer mehr Mieter könnten sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten, weil teure energetische Sanierungen auf die Miete umgelegt werden, so das ARD-Magazin "Report Mainz" unter Berufung auf den Deutschen Mieterbund (DMB). 2011 seien rund 100.000 Menschen betroffen gewesen, die sich die Miete nach einer Modernisierung nicht mehr leisten konnten. Dabei handle es sich vor allem um Geringverdiener und ältere Menschen mit geringer Rente. Das sei sozialer Sprengstoff erster Güte, wird der DMB zitiert. Vom Bundesbauministerium hieß es dazu, zu den sozialen Folgen energetischer Modernisierungen lägen keine gesicherten Zahlen vor, das Mietrecht sei aber sozial ausgewogen.
 
Laut Mieterbund drohte 2011 auch vielen Hartz-IV-Empfängern ein Zwangsumzug wegen der Umlage der Sanierungskosten auf die Mieter. Rund 40.000 Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften seien betroffen, bei denen die Miete danach über der Bedarfsobergrenze lag. Wegen der gestiegenen Mieten habe auch das Wohngeld 2011 bei 300.000 Haushalten, oft Rentner und Pensionäre, nicht mehr ausgereicht. Hier habe die tatsächliche Miete über der beim Wohngeld berücksichtigten gelegen.
 
Die Grünen fordern die Regierung auf, die Lasten der energetischen Sanierung fairer zwischen Staat, Mietern und Vermietern zu verteilen.