36% Ökostrom bis 2020

22.02.2012  | Top Themen
Die Frankfurter Unternehmensberatung Frost & Sullivan prognostiziert in den nächsten Jahren dramatische Veränderungen im deutschen Energiemarkt. Die Kapazitäten der Kernenergie halbiere sich, es gebe bis 2020 einen Anstieg der erneuerbaren Energien auf 36% der generierten Stroms. Aufgrund von Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und von erhöhten Importen zur Deckung der Lücken durch den schrittweisen Atomausstieg reduziere sich der insgesamt erzeugte Strom von 625 TWh in 2010 auf 590 TWh in 2020.
 
Gleichzeitig steige die installierte Kapazität von 153 GW auf 179 GW, vor allem wegen des Wachstums bei Wind und Solar. Die Kapazität der Photovoltaik werde sich verdreifachen, Windenergie um durchschnittlich 2 GW pro Jahr anwachsen. Dazu bedürfe es aber substantieller Investitionen in den Ausbau der Stromübertragung. Laut Frost & Sullivan bleibt Kohle mit 37% von heute bis 2020 der führende Brennstoff bei der Stromerzeugung. Allerdings gebe es in Deutschland einen Rückgang der braunkohlegefeuerten Leistung, da alte Kraftwerke stillgelegt würden. Daneben gebe es einen Anstieg des Gasanteils.
 
Energieeffizienz werde 2012 ein großes Thema, da die EU dazu übergehe, die Mitgliedsstaaten zum Handeln zu zwingen, so die Studie. Das Energieeffizienzgesetz sehe vor, den Energieverbrauch bis 2020 im Vergleich zum Verbrauch in der Zeit von 2001 bis 2005 um 9% zu reduzieren.